Chronometer: Besondere Zeitmesser für höchste Präzision

Einst gewissermaßen als „Lebensversicherung“ für Seefahrer erfunden, sind Chronometer heute in erster Linie äußerst präzise laufende Uhren, die genau das offiziell nachweisen können: Nur nach bestandener Überprüfung der Ganggenauigkeit werden Uhren mit dem Zertifikat ausgestattet, dass sie als Chronometer adelt, und dürfen dies per Schriftzug auf dem Zifferblatt verkünden. 

Die richtige Armbanduhr für Perfektionisten also – selbst für solche, die nicht nur See fahren. Denn etwas Besonderes sind Chronometer in jedem Fall.


Ein Chronometer ist kein Chronograph

Die ähnlich klingende Bezeichnung sorgt bei weniger Fachkundigen leicht für Irritationen und Verwechslungsgefahr. Das mag nicht zuletzt an der deutschen Bedeutung des Begriffs „Chronometer“ liegen: Von einem „Zeitmesser“ erwartet man schließlich, dass er seinem Namen alle Ehre macht und seinem Träger dabei hilft, Messungen der Zeit vorzunehmen. Allzu schnell mögen manche Menschen in diesem Zusammenhang an die Stoppfunktion des Chronographen denken.

Zu einem Chronometer macht diese zusätzliche Funktion eine Uhr aber noch lange nicht, denn die – eher kurzzeitige – Messung von Zeitspannen bestimmter Ereignisse spielt für diese Art der Uhr keine Rolle. Für einen Chronometer ist die langfristige Perspektive wichtiger, denn er will so lange wie möglich mit so geringer Abweichung wie möglich die Zeit anzeigen. 

Der wesentliche Unterschied besteht daher in zwei völlig unterschiedlichen Funktionen: Ist es bei Chronographen die Möglichkeit, die Dauer eines Ereignisses mit der Stopp-Funktion genau zu bestimmen, ist es bei Chronometern die Zeit an sich, die möglichst präzise gemessen werden soll.


Chronometer: Besonders in vielerlei Hinsicht

Lange vor der Erfindung von High-Tech-Lösungen und Satellitennavigation zur exakten Standortbestimmung waren Uhren das gängige Hilfsmittel, um vor allem auf hoher See den Längengrad bestimmen zu können. Die genaue Uhrzeit, im Zusammenspiel mit dem Datum und der zu beobachtenden Position der Sterne bildete die Grundlage für präzises Navigieren

Voraussetzung hierfür war allerdings, neben der Kenntnis der Referenzzeit des zuletzt angelaufenen Hafens, eine Uhr, deren Ganggenauigkeit bei nicht mehr als einer Sekunde Abweichung pro Tag lag. Damit konnte die geografische Länge bis auf die Winkelminute bestimmt werden. Selbst für die geschicktesten Uhrmacher des 18. Jahrhunderts war die geforderte Präzision eine enorme Herausforderung, die der Brite John Harrison mit seiner Taschenuhr H4 im Jahr 1759 meistern konnte.

Das Ergebnis seiner Bemühungen: Eine Ungenauigkeit von fünf Sekunden nach 81 Tagen auf See. Allerdings in einer Taschenuhr von mehr als einem Kilogramm Gewicht. Bis zur Vermarktung solch präziser Uhren unter der Bezeichnung „Chronometer“ dauerte es noch einige Jahrzehnte. Die so beworbenen Uhren verfügten bereits über eine Chronometerhemmung mit einem Unruh-Spirale-Schwingsystem. Im Laufe der Zeit setzte sich allerdings die in der Schweiz erfundene Ankerhemmung besonders für tragbare Uhren durch, da diese eine wesentlich geringere Stoßempfindlichkeit besitzt und so Störungen der Ganggenauigkeit bei Bewegungen verhindert. 


Chronometer endlich auch für das Handgelenk

Bis in die 1920er Jahre blieb die Chronometerhemmung – ungeachtet des Aufkommens anderer, präziserer Mechanismen – aber das hauptsächliche Kriterium, mit dem sich eine Uhr den Titel des Chronometers erwerben konnte. Das änderte sich tatsächlich erst 1925, als die Schweizer Gesellschaft für Chronometrie, den Gangschein eines astronomischen Observatoriums als Prüfzertifikat zur Bedingung der Bezeichnung machte.  

Die verwendete Hemmung spielte dabei keine Rolle, sodass der neue Chronometerbegriff auch auf Armbanduhren angewendet werden konnte. Die geringe Größe von deren Uhrwerken ließ nicht genügend Platz für eine Chronometerhemmung. Trotzdem waren diese Uhren ebenfalls in der Lage, die strengen Genauigkeitsvorgaben zu erfüllen. Für die Armband-Chronometer bedeutete diese Veränderung den Durchbruch, denn damit begann unter den Uhrenherstellern ein wahrer Wettstreit um den präzisesten Zeitmesser.


Strenge Prüfungen für zertifizierte Präzision

Vorreiter bei den offiziellen Chronometerprüfungen waren lange Zeit die Observatorien in Neuenburg und Genf, die bis in die 1960er Jahre nicht nur die Prüfungen übernahmen, sondern auch regelmäßige Wettbewerbe veranstalteten. Mit dem Erscheinen elektronischer Uhren auf dem Markt stellten die Observatorien ihre Prüftätigkeit jedoch ein.

Die Nachfolge fiel letztlich der Contrôle Officiel Suisse des Chronomètres COSC, also der Offiziellen Schweizer Chronometer-Prüfstelle zu. Sie sitzt passenderweise in La Chaux-de-Fonds, das bekannt ist als Herz der Schweizer Uhrenindustrie und Heimat weltweit berühmter Uhrenhersteller. Hier wie in den drei Außenstellen in Biel, Le Locle und Genf – allesamt nicht minder bekannt für ihre Uhrmachertradition – werden seit 1973 die Chronometerprüfungen durchgeführt. Untersucht werden über einen Zeitraum von 15 Tagen

der mittlere tägliche Gang,

die mittlere tägliche Gangabweichung,

die größte Gangabweichung,

die Differenz zwischen horizontalen und vertikalen Lagen,

die größte Differenz zwischen mittlerem täglichen Gang und einem der Gänge,

die Gangabweichung pro °C (der primäre Kompensationsfehler),

die Wiederaufnahme des Ganges, wobei der erste und zweite Tag mit dem 15. verglichen werden.

Je nach Prüfkriterium und Größe des Uhrwerks gibt es verschiedene Toleranzen, insgesamt darf die Abweichung der Ganggenauigkeit jedoch durchschnittlich nicht mehr als zwei Sekunden pro Tag betragen, bei Uhrwerken mit einer Größe von weniger als 20 mm sind es 3,4 Sekunden pro Tag. Können diese Richtlinien erfüllt werden, erhält die geprüfte Uhr ihren „Gangschein“ und darf ihre Auszeichnung allzeit sichtbar mit dem Schriftzug „Chronometer“ auf dem Zifferblatt tragen. 

Seit 2006 finden übrigens auch in Deutschland wieder Chronometerprüfungen statt. Das hat nicht zuletzt damit zu tun, dass die COSC nur „Swiss Made“-Uhrwerke zu ihren Prüfungen zulässt – womit deutschen Präzisionsuhren die begehrte Auszeichnung verwehrt bleibt. Die können ihre Präzision seither in der Sternwarte Glashütte, also an einem der renommiertesten Orte deutscher Uhrmacherkunst, unter Beweis stellen, wo sie nach der DIN 8319 getestet werden. 

Im Unterschied zur COSC verlangt das zuständige thüringische Landesamt für Mess- und Eichwesen allerdings nicht nur die Uhrwerke, sondern vollständige Uhren mit einem eingebauten Unruhstopp. Die Prüfung wiederum dauert wie in der Schweiz ebenfalls 15 Tage. 


Der Reiz der Präzision

Schon das Beispiel der Wiederbelebung der deutschen Chronometerprüfung zeigt, dass die Suche nach größtmöglicher Präzision, das Streben nach mechanischer Perfektion, immer noch einen hohen Stellenwert genießt und eine ungeheure Faszination auslöst. Chronometer sind in dieser Hinsicht absolute Meisterwerke und die Adelung durch die bestandenen Prüfverfahren macht sie nur noch wertvoller.

Mit den Chronometern des 1-2-3.tv Uhren-Shops erhalten Sie daher echte Glanzstücke des Uhrmacherhandwerks inklusive Prüfzertifikate, die nicht nur durch ihr feines mechanisches Innenleben, sondern genauso durch ihre hochwertige Verarbeitung überzeugen können. Präzision und Stil bis zur Perfektion – für Uhrenträger mit allerhöchsten Ansprüchen.

 

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